Hochwasser am 23. November 2011    

Es ist nicht jedermanns Sache, sich bei miserablem Regenwetter in die Berge zu begeben, zumal Regennässe auf Kalkstein wie Seife wirkt. Und schon garnicht, wenn ein heftiges Unwetter vorausgegangen ist - eine jener denkwürdigen Temporadas, bei denen Tiere und Menschen sich vor drohendem Hochwasser, Steinschlag und Muren in Sicherheit bringen. Eindrücke wie auf den folgenden Bildern gehören deshalb zu den eher seltenen Erfahrungen des Wanderers auf dem Supramonte.

Alle Hochwasseraufnahmen von Giuseppe Angozzi, Paoletto Atzei und  Peppeddu Mesina. (Rechte vorbehalten)

Während starker anhaltender Regenfälle läuft die Pischina Urtaddala, ein kleiner Karsttümpel bei Urzulei, bereits über. Die Situation erscheint noch wenig dramatisch.


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Aber allenthalben aus den Löchern im Karstgestein strömendes Wasser zeigt, dass das ganze Felsmassiv unter Druck steht. Eine nicht ungefährliche Situation. Es müssen talaufwärts schon erhebliche Wassermassen einströmen.


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Ein Stück weiter oberhalb, nicht weit von dem Wendeplatz beim Cuile von Seddas ar      Bachas, versinkt der Riu Orbisi in einer Schluckspalte. Hier ein älteres Foto nach einem Starkregen. Das Geröllbett solcher Karstflüsse führt in der Regel kein Oberflächenwasser.


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Die gleiche Stelle am 23. November 2011. Die Kapazität des Schlucklochs ist  mit den Wassermassen überfordert. Der Orbisi staut sich auf, ....


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... ein Teil der Wasser überströmt die Felsbarriere und ergießt sich weiter unten in ein anderes Schluckloch, das ebenfalls mit dem weitverzweigten Höhlensystem der Grotta Donini in Verbindung steht.


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Am Ausgang der Grotta Donini bricht der Höhlenfluss mit hohem Druck aus der "Stutenspalte" su Cunnu 'e s'Ebba hervor ....


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... und stürzt etwa 50m senkrecht zu Tal. Der Wind treibt die Gischt in dichten Schwaden fort, die das sonst so idyllische enge Tal am Unterlauf des Orbisi vernebeln.

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Von hier tost der Orbisi mit großer Gewalt weiter talwärts ...


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... und strömt an der Ostseite (rechts) des Felsrückens s'Iskinale de s'Arraicha entlang. Die letzten hundert Meter vor dem Zusammenfluß sa Zuntura verläuft der Orbisi parallel zum Riu Flumineddu (links) ...


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... und stürzt sich schließlich in einem kleinen Wasserfall über die Uferkante in die trüben Fluten des ebenfalls Hochwasser führenden  Flumineddu.



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Allerdings ergießt sich an dieser vor allem durch die Gesteinsfalten  eindrucksvollen Stelle (blauer Pfeil)  nur noch ein Teil der Wassermassen des Orbisi in den Flumineddu. Bei dem katastrophalen Hochwasser von 2004 hat der Fluss eine uralte natürliche Barriere fortgerissen und sich einen zweiten Abfluss geschaffen (grüner Pfeil).


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(Diese Fotos vom vergangenen November, wie auch die der anderen Fotostrecken, finden sich natürlich NICHT in dem Buch.)