Schneefälle im Februar 2012

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Vorbemerkung

Große Aufregung: In Sardinien fällt Schnee!

Es war einmal einer, der besaß ein Ferienhaus auf Sardinien und behauptete stets steif und fest, dass es auf Sardinien es keinen Schnee gäbe.  Diesen Februar hat es mal wieder bis an die Küstenstrände hinunter geschneit und jetzt wissen es (hoffentlich) alle: Schnee auf Sardinien verstößt weder gegen physikalische Gesetze noch gegen  meteorologische Regeln.

Ganz im Gegenteil:       

Schneestürme im Bergland waren immer eine große Gefahr für Mensch und Tier. Von solch einer dramatischen Schneelage im Gebiet des  Gennargentu  berichtete z. B. die Titelseite der Wochendendbeilage des Corriere della Sera schon vor fast hundert Jahren. Damals starben sardische Händler mit ihren Lasttieren in einem Schneesturm. Im kolorierten Holzstich nacherzählt hat diese  Geschichte der  legendäre Illustrator des Corriere:  Achille Beltrame (1871-1945)xxx xxx xxx xxx  xxx xxx xxx xxx

Das Bild unterliegt dem Copyright.    Si rimane a disposizione per eventuali aventi diritto che non è stato possibile contattare.

Dasxxx

Diese Art der Reportageillustration ist ein ausgestorbenes Handwerk.  Also hat Aldo Nieddu auf meine bitte hin, seine Freunde zusammengetrommelt, um einige Fotos der aktuellen Schneesituation auf dem Supramonte zu machen. Und die haben keine Mühen gescheut, wie diese und die drei weiteren Fotostrecken (Uttulu, Solitha, Oddeu) zeigen.


Von Orgosolo nach Montes

Alle Fotos dieser Bilderstrecke (Montes) sind von Paoletto Atzei (Rechte vorbehalten).

Am 5. Februar ist das Wetter nach starken Schneefällen zum ersten Mal wieder soweit erträglich, dass gegen Mittag ein erster Ausflug in die Umgebung von Orgosolo sinnvoll  erscheint.  Zunächst hinauf zum klassischen Aussichtspunkt oberhalb von Orgosolo, zum Kirchlein San Marco.

 

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Blick von San Marco auf das verschneite Dorf. Die flachen Hausdächer bezeugen, dass schwere Schneelasten nicht unbedingt zu den Hauptproblemen Orgosolos zählen. 

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Blick von San Marco auf die Westabbrüche des Supramonte mit den wolkenverhangenen Gipfeln des Monte Corrasi von Oliena (links,1462 m) und der Punta Katheddu (rechts, 1199 m), die schon zum Supramonte von Orgosolo gehört.        


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Dick eingeschneit präsentieren sich ein Stück weiter südlich die den Hirtenhütten nachempfundenen Rundbauten des Camping Supramonte in Sarthu Thitthu ...

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... und auch die Informationstafel für die Touristen erinnert eher an  "Infopoints" im winterlichen Tirol oder an den Naturpark Bayerischer Wald.  

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Mag dieses Ausnahmewetter den Touristen bezaubern, für die Hirten und ihre Herden ist die Wetterlage eine Katastrophe. Die Rinder stehen offensichtlich etwas verdattert im Schnee herum ...

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... aber immerhin erweist sich das Winterfell auch mal als nützlich ...

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... auch wenn es der Schnee erschwert, bei der Nahrungssuche Durchblick zu bewahren.

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Am späten Nachmittag noch ein letzter Blick über die Hochfläche auf die südlichen Ausläufer des Supramonte: Am Horizont, links neben dem Baum in Bildmitte, ragt der Felsturm des Monte Novu hervor und rechts davon der Gipel des Monte Humai. 

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Zwei Tage später, am 7. Februar, ein erster Versuch, die höheren Lagen des Supramonte zu erreichen. Vorbei am teilweise zugefrorenen Stausee des Riu Olai ...

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... erreicht das geländegängige Fahrzeug die Forstkaserne von Montes, aber das Wetter ist wenig einladend. Kalter Nebel hängt in den Tälern und gibt nur dann und wann den Blick auf den Monte Novu frei  ... 

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.... und auch auf die Nordflanke des Monte Humai.

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Ab und zu stapft ein Maultier im dicken Winterfell durch den tiefen Schnee ...

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... und auch andere fragen sich, was man an so einem trüben Tag schon anfangen soll.

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Die Talgründe versinken im Schnee ...


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... und auch die Waldhänge von Undales und Murguliai unterhalb der Westwände im Norden der Punta sa Pruna sind tief eingeschneit ...

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... während der breite und mächtige Gipfel der Punta sa Pruna (1416 m) im Nebel liegt.

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Das Fahrzeug schafft es noch bis an die Quelle sa Untana de Polkarjos an der Nordflanke des Monte Novu auf rund 1000 m Meereshöhe ...

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... aber bald darauf ist kein Durchkommen mehr möglich.

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(Fortsetzung: Uttulu am 15. Februar 2012)