Schneefälle im Februar 2012

             Schneekraxln* auf den Monte Oddeu

(*) Für Nichtmitglieder alpenländischer Bergstämme: Kraxln = Klettern

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Alle Bilder dieser Fotostrecke von Sebastiano Cappai (Rechte vorbehalten)

Am 17. Februar nutzen Sebastiano Cappai und seine Freunde das stabile Wetter für eine außergewöhnliche Wintertour  auf den Monte Oddeu und zwar entlang alter Hirtensteige  deren Wiederbelebung sich Sebastiano Cappai zum Hobby gemacht hat. Ausgangspunkt ist die Brücke über den Flumineddu im Oddoene-Tal, der Ponte s'Abba Arva ("Weißwasserbrücke"). Über den Schuttkegel unterhalb der Ostwände des Monte Oddeu führt die Iscala 'e s'Udulu, einer von drei alten Hirtensteigen durch die unbezwingbar erscheinenden Ostwände des Monte Oddeu.

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Der Aufstieg über den ewig langen Schutthang ist ein Martyrium ....

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... und erst am Fuß der Felswände tritt die Frage in den Hintergrund "Warum nur tut ein vernünftiger Mensch sich so etwas an?"

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Der Aufstieg durch den vom Tauwasser durchnäßten und glitschigen Fels ...

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... führt rasch an die Ostkante des Felsmassivs ...

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... und belohnt mir einem Blick auf das Oddoene-Tal wie aus der Vogelschau.

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Ein letztes nicht mehr ganz so steiles Teillstück ...

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... führt nach wenigen Höhenmetern endlich ...

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... auf den breiten und sanft nach Norden abfallenden Gipfelkamm des Monte Oddeu.

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Dem Kamm folgend ist es noch ein langer, aber unter normalen Bedingungen völlig ungefährlicher Weg bis zum Gipfel. Bei Schnee ist jedoch wegen der verdeckten tiefen Felsspalten (Karren) im Karst höchste Vorsicht geboten.

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Oben angekommen belohnt der weite Blick nach Nordwesten auf den Supramonte von Oliena mit Punta sos Nidos und Punta Cusidore ...

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... und der weißen Silhoutte des Monte Corrasi.

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Exakt gegenüber im Westen thront der solitäre Gipfel der Punta Solitha über den dunklen Steineichenwäldern des Monte de Josso. Im Mittelgrund, am Fuß der Westflanke des Monte Oddeu erstreckt sich das weite Kampu de Donianìkaru.

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Der Rückweg führt vom Gipfel abwärts nach Süden entlang der Kammlinie zu einem Karstschlund in den Steilwänden zwischen Monte Oddeu und Punta de s'Iscoparju.

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S'Istampu ist der sardische Name für dieses Karstloch ...

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... das die Regenwasser als langen Kamin in die Kalkwand geschnitten haben.

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Einst wuchs in diesem Spalt eine Steineiche, die es den Hirten ermöglichte, die Felswand ohne Seil & Haken zu durchsteigen. Das nutzten natürlich auch Viehdiebe, weil man während des Aufstiegs druch den Spalt völlig versteckt blieb - bis es den Dorgalesen zu bunt wurde und sie die Steineiche abfackelten. 

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Heute kommt man nicht mehr ohne Seilhilfe durch die Felswand.

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Gut 2km südlich des Aufstiegspunktes wieder am Fuß der Felswand angekommen, nochmal ein versöhnlicher Blick nach Norden auf Dorgali und seinen Monte Bàrdia.